Geschichte zur Skulptur Königin    -     Frau im Fels    -

Im Sommer 1999 fuhr ich zum ersten mal zu einem Wochenendkurs auf die Fraueninsel um bei Christel Kaspar zu töpfern.

Kurz vor diesem Wochenende hatte ich meine Wohnung in München bezogen und im Bad noch Platz. Also fuhr ich auf die Insel mit dem Ziel einen Torso für mein Bad anzufertigen.

Was ich nicht wusste war, dass alle "Neulinge" bei Christel erst einmal einen Kopf anfertigen müssen. Heute verstehe ich das,  am Kopf kann man unwahrscheinlich viel lernen.

Bei der Erklärung zum Grundgerüst für den Kopf haben Christel und ich uns erst einmal total missverstanden. Ich hatte jedenfalls eine Säule und einen Quader als Grundgerüst gebaut. Gebraucht hätte ich nur die Säule. Was dann erst beim Zusammenbau auffiel.

Ich hatte jeden falls meinen Kopf noch am selben Abend fertig und er war von den Gesichtszügen ganz gleichmäßig geworden.

Da ich noch Zeit hatte (Kursende ist immer Sonntag Mittag) wollte ich noch einen Körper an meinen tollen Kopf bauen. Den Quader hatte ich ja noch vom Morgen übrig. Also verband ich meinen Kopf mit dem Quader.

Doch als ich das zur Hälfte geschafft hatte viel mein toller Kopf mit dem Gesicht nach unten auf den Boden.

Alle hielten vor Entsetzen die Luft an. Ich wäre am liebsten laut schreiend davon gelaufen. Aber nachdem Christel den ersten Schock überwunden hatte, kam sie auf mich zu und meinte so schlimm wäre der Kopf ja nicht beschädigt und drückte noch schnell den Ansatz einer Nase in den Tonklumpen. 

Nachdem ich mich wieder einigermaßen beruhigt hatte begann ich den Kopf noch einmal neu. Ich habe dann bis Mitternacht gearbeitet und den nächsten Tag auch noch. So gleichmäßig wie der erste Kopf ist dieser nicht geworden aber es war trotzdem mein erster Kopf. 

Vor diesem Kurs hätte ich mich nie an eine solche Aufgabe getraut. Heute modelliere ich Gesichter nach Fotos.

Gerade wegen dieses Missgeschickes liebe ich diese Skulptur und Sie ist mein Markenzeichen geworden.

 

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